Warum Bondgirls aus der Mode sind
Die Welt braucht James Bond. Sie will zu ihm aufschauen und sich auf ihn verlassen. Egal ob Sean Connery, Roger Moore, Pierce Brosnan oder Daniel Craig: James Bond weiß in jeder Situation, was zu tun ist, und zögert keine Sekunde. Auf seinen Lippen liegt stets ein frecher Spruch. Sein Blick wirkt immer stahlhart. Er scheint unbesiegbar. Selbst Dreck im Gesicht kann ihn nicht entstellen.
Wie steht es jedoch mit den Frauen an seiner Seite? Ursula Andress, Sophie Marceau, Halle Berry oder Eva Green: Sie sind vielleicht auch hübsch und intelligent. In erster Linie gelten sie allerdings als hilfsbedürftig, empfänglich für Bonds Avancen und austauschbar. Und dennoch stellt sich wohl jede Frau einmal in ihrem Leben vor, ein Bondgirl zu sein. Ein schillernder, unwichtiger Aufputz zu sein. James Bond ist ein Mann zum Verlieben, keiner zum Heiraten. Weshalb sind Frauen der Meinung, Männer wie James Bond zu brauchen? Warum lassen sie zu, dass die Herren der Schöpfung Entscheidungen für sie treffen? Wieso glauben Bondgirls, James Bond zähmen zu können? Und wieso sehen wir ihnen so gerne dabei zu?
Selbst wenn wir Frauen im Alltag keine Bondgirls sein möchten, machen wir es uns manchmal leicht. Wir verlassen uns blind auf das Urteil unserer Männer. Wir gestalten unser Leben nicht nach unseren Bedürfnissen. Dabei beschweren wir uns über diesen Zustand. Lassen Sie uns Frauen die Zügel des Ritts in unsere Zukunft selbst übernehmen. Wir Frauen brauchen dazu vielleicht einen Anstoß. Doch uns Frauen sind nur wenige Grenzen gesetzt. Die meisten kommen von uns selbst.
Wir dürfen unsere Vorstellungen den Männern auf der anderen Seite unseres Bettes nicht nur anpassen. Wir müssen uns daran hindern, mehr Verantwortung zu übernehmen, als wir müssten. Wir sollen nicht alle Aufgaben und Pflichten im Haushalt an uns reißen, wenn es doch so leicht wäre, einmal auch um Hilfe zu bitten. Männer bemerken erst, dass der Müll weggeräumt werden muss, wenn sie Räume ohne die Fähigkeiten eines Akrobaten nicht mehr durchqueren können.
Was aber tun, wenn man einen echten James Bond zu Hause hat? Einen Mann, der lieber das Abenteuer sucht als den Weg zum nächsten Müllplatz? Der lieber hinter Rockzipfeln nachjagt als dankbar mit Rosen nach Hause zu kommen? Der die Pantoffel bereitgestellt haben will statt seine Partnerin auf Händen zu tragen?
Verhalten Sie sich nicht wie ein Bondgirl! Zähmen Sie ihn mit Ihrer Power! Fordern Sie den Respekt ein, der Ihnen zusteht! Zeigen Sie ihm, dass es sich lohnt, sich für eine echte Frau zu ändern! Er muss ja nicht zu einem Pantoffelhelden werden. Ein aufmerksamer, liebevoller, bei der Hausarbeit helfender Romantiker wäre für den Anfang schon mal nicht schlecht. Vielleicht reicht auch etwas weniger.
Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich genieße es, einen Mann an meiner Seite zu haben, auf den ich mich verlassen kann. Dem ich auch mal das Ruder in die Hand geben kann, ohne befürchten zu müssen, dass unser Kahn während meiner Rast einen Wasserfall hinuntersaust.
Geben wir Frauen Männern auch eine Chance. Wir Frauen dürfen nicht vergessen, dass wir sie brauchen. Manchmal loszulassen, Verantwortung zu teilen, einen gleichberechtigten Partner zu haben, ermöglicht es uns, unsere Batterien wieder aufzuladen. Doch dieses System sollten wir auch anwenden, wenn es sich nicht gerade um den Kauf eines Autos oder eines Computers handelt. Lassen Sie uns Frauen stärker sein.
Die Frage, die wir Frauen uns stellen müssen, ist die nach dem, was wir wirklich wollen. Was ist uns wichtig? Was erwarten wir vom Leben? Was wollen wir daraus machen? Sind Männer uns dabei eine Hilfe oder eher hinderlich? Können wir unsere bessere Hälfte dazu bewegen uns und unsere Träume zu unterstützen? Die Schwierigkeit besteht darin, die Grenze richtig zu ziehen. Wo endet die Sehnsucht nach Selbstverwirklichung, und wo beginnt der Genuss am Nörgeln? Wo endet der Kompromiss bei der Zeitplanung, und wo beginnt das Anpassen an die Wünsche des Partners? Es geht nicht darum, auf die Seite der Gegner zu wechseln oder die Bombe unter James‘ Händen explodieren zu lassen. Wir Frauen sollten einfach zu unserem Lebenskonzept stehen. Wir schaffen das Verwirklichen auch ohne James Bond.
Echte Frauen brauchen keinen Mann im Anzug mit schnellem Auto, schussbereiter Waffe und Dauercoolness. Echte Frauen brauchen echte Männer. Echte Frauen stehen zu sich selbst und ihren Schwächen. Das macht sie sympathisch. Ich gehe sogar einen Schritt weiter: Ich verehre starke Frauen. Deshalb mache ich sie zu Heldinnen in meinen Büchern. Ich schreibe über und für sie. Und vielleicht auch für Sie.
Die vierteilige Krimireihe Mystic Wings rund um die Journalistin Jordan Hensen ist über amazon als e-book oder über epubli als print-book erhältlich.
Und für alle Frauen, die sich besonders fühlen wollen, hier noch ein ganz einzigartiges Lied.


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